Donnerstag, 11. Dezember 2014

Aus Roh mach Manuskript


Es wird! 
Die Rohfassung vom zweiten Band habe ich jetzt komplett durchgearbeitet. Ich definiere es jetzt mal endlich als ein fertiges Manuskript!
Der erste Testleser sitzt schon dran. Mein Mann darf es auf dem Tablet lesen - um Papier zu sparen.
Jetzt beginnt das Zittern, was er dazu sagt. Und ich habe absolutes Nachfrage-Verbot, bis er durch ist.
Aber ich bin doch immer so neugierig!

Dienstag, 25. November 2014

Mein Cover ist da!



So sieht das neue Cover von "Das Band der Magie" aus. Aber damit noch nicht genug! Denn der komplette Buchumschlag ist ebenfalls schon zur Ansicht fertig:


Und wer das jetzt nicht so gigantisch winzig lesen will, der darf gerne die Bookshouse-Seite besuchen. Da ist der Klappentext noch mal zum Nachlesen mit weiteren Infos dazu. Den Link findet ihr hier
Das heißt für mich, dass ich den kompletten Blog noch mal umbasteln werde. Das Ergebnis werdet ihr dann bald sehen können.
Und? Was haltet ihr vom neuen Cover?
Ich freu mich jedenfalls total, Liane

Samstag, 22. November 2014

Bookshouse Aktion


https://www.facebook.com/bookshouse.verlag/photos/a.267714603345621.60845.223151867801895/679782078805536/?type=1&theater

Der Bookshouse-Verlag hat derzeit ein Gewinnspiel am Laufen. Da müsst ihrr Cove-Schnipsel zuordnen. Den Link dorthin findet ihr auch hier. Und: Da ist auch ein Schnipsel vom neuen Cover der "Band der Magie"-Reihe zu finden. Na? Welches Cover ist es? Mitmachen geht nur über Facebook auf der Bookshouse-Seite.
Und am 25. November gibt es dann die Cover in voller Größe. Ich freu mich schon!

Mittwoch, 5. November 2014

Lasst uns ne mentale Party feiern

Ein lachendes, ein weinendes Auge; ein bisschen Wehmut, ein bisschen Freude; zum Teil Bettdecke-über-den-Kopf-zieh, zum Teil Tanzlaune.

Was los ist?

Ich hab die Rohfassung zu Teil 2 von "Das Band der Magie" fertig.
Klar, ist das natürlich schön und ich bin im Zeitplan und so. Aber es heißt auch, sich wieder von meinen lieben Charakteren trennen zu müssen, die Story nicht weiter entwickeln zu können, nicht mehr nachts aufzuwachen und zu denken: "JAAAA! Das ist die Wendung, die ich gebraucht habe!"

Stattdessen heißt es: Lesen, streichen, überarbeiten, überdenken ... aber auch, mal die eine oder andere Stelle noch reinzubasteln.

Sonntag, 2. November 2014

Psssst!






 Ich weiß was übers neue Cover ...
... aber noch darf ich es nicht verraten. Nur soviel:
es sieht GANZ anders aus. Und wunderschön.
Ich freu mich voll.

Samstag, 1. November 2014

Herzhüpfen


Das Manuskript ist zurück! Frisch vom Lektor.
Jetzt darf ich noch mal drübergucken. Moment ...

... schnell nachgeguckt: Alle Lieblingsstellen sind noch drin. Uff.




Donnerstag, 30. Oktober 2014

Kurzrückblick Buchmesse


Die Frankfurter Buchmesse war wirklich supertoll. Ich durfte mit dem Bookshouse Verlag durch die Messehallen schlendern, habe nette Autorenkollegen getroffen und tolle Blogger. Leider hat mein Fotoapparat kolossal versagt und darüber bin ich mehr als traurig. Schade. Von daher: Keine Fotos von der Messe selbst. Aber oben seht ihr zumindest das T-Shirt uuuund: den neuen Bookshouse-Katalog.

Eine Übersicht, wann welcher Titel im Bookshouse Verlag erscheint, findet ihr auch hier. Da ist das Band der Magie aber noch nicht mit dabei. Die Tabelle geht nämlich nur bis März 2015. Da fehlt noch ein Monat ;-)

Wie aufregend. Genießt den Tag, ihr Lieben!

Montag, 15. September 2014

Frankfurter Buchmesse



Ich freu mich schon sehr auf die Frankfurter Buchmesse.
Die geht vom 08. bis 12.10.2014.
Ich kann leider nur am 11.10. dorthin, dann aber mit dem Bookshouse-Verlag. Da bin ich schon sehr gespannt. Das heißt für mich aber auch: Noch ein bisschen Vorarbeit leisten, um den Tag zu planen.
Kommt ihr auch?
Und falls ihr unsicher seid: Hier noch der Link zum Blog der Frankfurter Buchmesse - so als Entscheidungshilfe: http://blog.buchmesse.de/
Ich freu mich
Liane

Mittwoch, 6. August 2014

Autorenprofil

Ich hab euch ja noch gar nicht das erste Autorenprofil meines Lebens vorgestellt:


Das findet ihr hier: http://www.bookshouse.de/autoren/Liane_Mars/

Ich steh da noch unter "Den Titel stellen wir euch noch vor". Oh! Und ich muss noch ein Interview schreiben, sehe ich gerade. Hm. Dafür muss ich erst noch entscheiden, was für Fragen ich beantworten will. Mal gucken. Und was macht ihr so? Herzliche Grüße, Liane!

Dienstag, 22. Juli 2014

Das Manuskript ist abgegeben!

 

Juchhu! Ich hab das Manuskript "Das Band der Magie" zum Bookshouse Verlag geschickt - jetzt geht es ins Lektorat.  
Wer hüpft mit vor Freude?  
P.S.: Danke, Stephi, für den Trick!

Freitag, 30. Mai 2014

Ein Gedicht

Für alle Bücherfreunde unter euch hier ein Gedicht von Bücher über Bücher mit Büchern. Ein Gedicht zum träumen wie ich finde. Danke schön Michelle, dass ich es hier veröffentlichen darf.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Neues Design



Uff... da hab ich mir aber auch einen abgebrochen!
Ich hoffe, es gefällt euch.
Die Seite "Über mich" habe ich endlich auch überarbeitet.

Und als nächstes setze ich mich an die komplette Überarbeitung des Manuskriptes. Das muss nämlich bis Ende Juni an den Verlag geschickt werden.




Um das Design neu zu machen habe ich viel bei diesem Blog gestöbert:

http://shabbyblogsblog.blogspot.de/

Wenn ihr Zeit habt: Guckt da mal rein! Der ist wirklich toll!

Mittwoch, 14. Mai 2014

Willkommen, Verlagsvertrag!

Seit heute darf ich es offiziell bekannt geben: "Das Band der Magie" wird neu herausgegeben und zwar im Bookshouse Verlag. Deshalb ist es momentan auch nicht mehr veröffentlicht. Ich freu mich total über den Verlagsvertrag.
Wer schon mal gucken will, wo "Das Band der Magie" demnächst erscheinen wird, hier der Link:
www.bookshouse.de
Eure Liane

Dienstag, 15. April 2014

Leserunde auf Lovelybooks

Die ersten Leser der Leserunde auf Lovelybooks haben "Das Band der Magie" schon durchgelesen und kritisiert. Die ersten zwei Rezensionen sind jetzt fertig.
Vielen, vielen Dank für die zwei schönen Rezensionen. Wer mag, kann sie hier nachlesen:

http://mydanni76.blogspot.de
http://www.rezesionenisabel0607.blogspot.de

Und da die Leserunde noch läuft, kann natürlich jeder mitspicken, wie die Kritiken so weiter ausfallen.
Ich freue mich und bin gespannt, wie es weitergeht.

Donnerstag, 10. April 2014

Die Gewinner der Leserunde stehen fest

Ihr Lieben! Heute morgen hat die Losfee entschieden, wer ein ebook für mein Buch "Das Band der Magie" gewinnt. Unsere Losfee hat allerdings anders gehandelt als trainiert:


Jetzt sind es 12 Gewinner anstatt nur 10. Bei nochmaligem Drüberfliegen wären nur alle Schnipsel davongeflogen. Sicher ist sicher. Jetzt bekommen die Losfee Hirse und die Gewinner ihre ebooks. Glückwunsch! Und ich freue mich sehr auf eine schöne Leserunde.
Wer noch vorbeischauen will und mitlesen will, die Leserunde findet ihr hier: "Das Band der Magie" - Leserunde auf Lovelybooks

Montag, 31. März 2014

Leserunde auf Lovelybooks

http://www.lovelybooks.de/autor/Liane-Mars/Das-Band-der-Magie-1083304421-w/leserunde/1086034598/

Jetzt habe ich mich doch noch getraut und eine Leserunde auf lovelybooks ins Leben gerufen. Wer das Buch also noch nicht gelesen hat und mit mir zusammen auf Entdeckungsreise gehen will, der fühle sich herzlich eingeladen!
Die Leserunde findet hier hier

Freitag, 28. März 2014

Kli-kla-Klappentext

Guten Morgen, ihr Lieben! 
Ich bräuchte mal kurz eure Hilfe. Mein Klappentext wurde als zu unemotional kritisiert. Der war auch recht kurz gehalten und hieß so:

Aeri ist ein von allen geächtetes Mädchen, das seit Jahren einsam in einer Waldhütte lebt. Keelin hingegen ist ein magischer Wolf ohne Erinnerungen an sein altes Leben. Ein Pfeilschuss macht die beiden zu Freunden. Gemeinsam versuchen sie ihr jeweiliges Schicksal zu enträtseln, doch eine entscheidende Sache entgeht ihnen bis zum Schluss: Wenn sie das Geheimnis ihrer Herkunft lösen, wird der Wolf sterben. 

So lautet jetzt der neue Text. Ist der besser?

Der 17-jährigen Aeri reicht es so langsam: Nicht nur, dass sie seit Jahren
allein im Wald lebt und die Menschen sie meiden - jetzt schleicht auch noch ein schwarzer Riesenwolf vor ihrer Hütte herum. Kurzerhand macht sie Jagd auf ihren vermeintlichen Feind. Bald stellt sich jedoch heraus, dass der Wolf gar nicht mal so schrecklich ist. Er rettet Aerie sogar das Leben und bleibt kurzerhand bei ihr. Seltsam ist nur, dass sich der Wolf mal wie ein Tier verhält und dann wieder so menschlich wirkt. Aerie setzt alles daran, hinter sein Geheimnis zu kommen, doch eine Sache entgeht ihr bis zum Schluss: Wenn sie sein Schicksal enträtselt, wird der Wolf sterben.


Über Kommentare würde ich mich sehr freuen. Bin nämlich unsicher.
Viele Grüße
Liane 

Donnerstag, 27. März 2014

Zwei neue Rezensionen

http://www.book-addicted.blogspot.de/2014/03/ebook-rezension-liane-mars-das-band-der.html
Ich freue mich sehr, denn ich habe zwei wirklich schöne neue Rezensionen für "Das Band der Magie" erhalten. Die Buchbloggerin Nina hat ihre Rezension sogar ausführlich auf ihren Blog gepostet. Den Text findet ihr hier:
http://www.book-addicted.blogspot.de
Der Blog ist auch generell einen Besuch wert und die Bloggerin ist unfassbar nett.
Bei der anderen Rezension wurde sehr deutlich mein Klappentext bemängelt. Ich gebe zu: Es ist wahr. Für mich heißt das jetzt: Noch mal drüber nachdenken. Danke schön für den lieben Hinweis.
Die Überarbeitung des Klappentextes kommt gleich!

Samstag, 15. März 2014

Die Salzszene - Letzter Teil


Es war klar, dass wir nicht mehr zur Höhle zurück konnten. Mich hätten da keine zehn Waris mehr hinbekommen. Blöd nur, dass da all mein Salz und der Pickel lagen, alles eigentlich zu wertvoll, um es zurückzulassen.
Keelin hatte während der letzten zehn Minuten immer wieder versucht, mir den Weg zu versperren. Ich hatte ihn aber so unsanft in die Rippen geboxt, dass er mich sofort vorbei ließ. Jeder Muskel war verkrampft, mir tat alles weh.
Das schlimmste war der Kloß in meinem Hals, der immer dicker wurde.
Gerade waren Menschen gestorben! Menschen!
Wegen mir.
Das Bild, als Keelin einem von ihnen einfach an die Gurgel gesprungen war, ließ mich nicht los. Das Blut. Die Schreie. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass die Männer gestorben waren, weil sie mich getötet hätten. Ermordet. Keelin hatte mich lediglich verteidigt.
Aber: Wenn sie mich nicht in der Höhle entdeckt hätten, wenn ich ihnen nie begegnet wäre – dann würden sie heute noch leben. Alle.
Ich stolperte, weil sich Keelin wieder einmal vor mich gemogelt hatte. Fast wäre ich komplett über ihn hinweg gesegelt und musste mich in seinem Rückenfell krallen, um nicht zu stolpern.
Erst da bemerkte ich, dass mir heiße Tränen über die Wangen rannen. Himmel. Ich weinte? Wegen dieser Volldeppen?
Vielleicht weinte ich auch ein bisschen, weil ich endlich einsehen musste, dass Keelin nicht der kuschelige Riesenwolf war, den ich gerne in ihm sah. Auf der anderen Seite gab es auch den großen, schwarzen Wolf, der auf der Wiese lag und mit den Schmetterlingen tanzte.
Keelin war nicht böse, dachte ich, während ich ihn anstarrte. Nicht böse. Nur … unheimlich.
Immerhin leuchteten seine Augen nicht mehr in diesem dunklen Rotton. Jetzt funkelten sie in einem hellen Blau. Eine schöne Farbe. So sah er nicht mehr ganz so aus wie die Ausgeburt der Hölle.
Er war auch wieder auf normale Größe geschrumpft, zumindest für einen Veddawolf … was er ja wohl nicht war, wie der alte Mann gesagt hatte.
Mir wurde wieder ganz elend.
Verärgert wischte ich mir über die Augen. Ich durfte jetzt nicht heulen, ich durfte jetzt nicht an die Männer denken. Sie waren ja selbst schuld, bis zu einem gewissen Grad. Ich steckte nämlich in viel tieferen Schwierigkeiten: Kein Salz hieß kein gepökeltes Fleisch. Kein gepökeltes Fleisch hieß - Hungern im Winter.
Keelin brannte mir mal wieder ein Loch in die Stirn, aber ich schaute blicklos durch ihn hindurch, während es in meinem Kopf knirschte. Mein Schädel dröhnte schon vom vielen nachdenken.
Dann endlich sah ich ihn an.
Er hatte den liebsten Blick aufgesetzt, über den er verfügte. Um noch unschuldiger zu wirken, legte er sogar den Kopf schief und ging etwas in die Knie, um weniger bedrohlich zu wirken.
Erst da erkannte ich, dass es auch ihm schlecht ging. Er hatte Angst, dass ich vor ihm Angst hatte.
Diesen Gedankengang musste ich erst einmal analysieren. Hatte ich Angst? Nein. War ich geschockt über das, was er konnte? Definitiv. Aber…
Ich ging vor ihm in die Hocke und umschlang seinen dicken, wuscheligen Hals mit beiden Armen, vergrub mein Gesicht in seinem Fell.
„Es wird alles wieder gut, Keelin!“, sagte ich. „Es war meine Schuld. Entschuldige. Ich hätte niemals aus der Höhle rauskommen dürfen. Du musstest sie töten. Es tut mir leid!“
Keelin winselte.
Ich ließ seinen Hals los und packte stattdessen seine Lefzen. „Aber ohne Salz bin ich aufgeschmissen. Wir müssen die Eimer holen. Glaubst du, das ist zu gefährlich?“
Wie immer reagierte Keelin nicht direkt auf meine Frage. Stattdessen löste er sich von mir und baute sich vor mir auf, starrte auffordernd auf seinen Rücken. Ich verstand und zog mich auf ihn drauf.
Wir waren noch nicht wirklich weit von der Höhle fortgewandert. Ich war so in Gedanken versunken gewesen - so mit Heulen beschäftigt -, dass ich nur getrottet war. In fünf Minuten waren wir am Feuer der Männer, das jetzt nur noch verlassen vor sich hin glimmte. Zwei Sprünge, dann waren wir über die Salzsteine und noch ein Sprung und wir standen in der Höhle.
Ich schnappte mir die Eimer, vertüddelte sie auf Keelins Rücken, Pickel noch dazu gehängt – und schon rannten wir zurück in den Wald. Ich bemühte mich krampfhaft, nicht in Richtung Kampfplatz zu schauen. Offenbar hatten die Männer ihre Toten einfach liegen gelassen.
Ich hörte das Krächzen eines Raben, riesige Viecher, so groß wie Taruls. Sie fraßen nur Aas.
Den Rest des Tages huschten wir so schnell es ging durch den gefährlichen Wald. In meinem Nacken klebte die Angst, dass die Männer uns verfolgten. Ein unsinniger Gedanke: Sie konnten froh sein, dass sie Keelins Angriff überlebt hatten. Und trotzdem: Sie wussten jetzt, dass wir in diesen Wäldern lebten.
Eine Hexe und ein Monster.
Menschen wollten grundsätzlich das töten, vor dem sie Angst hatten. Diese Menschen hatten Angst gehabt, Todesangst. Und das wiederum machte mir Angst.
Nach gut zwei Stunden mussten wir langsamer gehen: Meine Schulter schmerzte so sehr, dass ich meinen Oberkörper nicht mehr richtig bewegen konnte - und diese Schonhaltung führte wiederum dazu, dass mir bald auch die Hüfte wehtat. Nach drei Stunden war ich nahezu fußlahm und schleppte mich nur noch dahin. Auf Keelins Rücken war kein Platz mehr für mich, also musste ich die Zähne zusammenbeißen und weitergehen.
Immerhin: Meine tausend Sorgen ließen mich nicht los und lenkten mich von meinen Schmerzen ab.
Mir war klar, dass ich ohne Keelin tot gewesen wäre – und zwar in doppelter Hinsicht. Die Männer hätten mich erschossen … wie ein Stück Vieh. Außerdem hätte mich der Wald geholt: in Form der Nahuat-Schlange, der Veddawölfe oder eines Taruls. Diese Raubtiere spürten Schmerzen und hätten mich sofort als Opfer ausgemacht. Ich wäre noch an diesem Tage gestorben. Ein echt beunruhigender Gedanke.
Dank Keelins Anwesenheit schafften wir es aber tatsächlich zurück zur Hütte. Es war ein langer Weg gewesen – und er wurde nicht einfacher.

Freitag, 14. März 2014

Die Salzszene - Vierter Teil


Die Männer sprachen nicht viel miteinander. Sie wirkten erschöpft, genau wie ihre Tiere. Offenbar hatten sie bereits eine weite Reise hinter sich. Keine Frau dabei, das war nicht so gut.
Und doch spürte ich plötzlich den Drang, mich mal wieder zu unterhalten. Immerhin hatte ich dieses Jahr meine Reise in die Menschenstadt nicht angetreten – ich war also quasi auf Mensch-Entzug.
Daher stand ich ganz plötzlich auf, ohne vorher wirklich den festen Entschluss gefasst zu haben, und trat aus der Höhle, als würde ich das jeden Tag machen: aufstehen und mich einer Horde wildfremder Männer präsentieren. Ich musste verrückt geworden sein.
Ein Mann mit ungepflegten Wuschellocken sah mich als erstes. Er ließ vor Überraschung seine Tasse fallen und deutete auf mich. Sofort wandten sich mir alle acht Köpfe zu.
Ich starrte in grimmige, verwirrte, überraschte und interessierte Gesichter.
„Hallo!“, sagte ich schwach und winkte etwas dämlich in die Runde. Sie hockten etwa zwanzig Meter von meiner Höhle entfernt. Selbst die Waris starrten mich an. Ich räusperte mich, da meine Stimme belegt klang. Kein Wunder: Ich hatte seit zwei Tagen nicht mehr viel gesprochen. Das Salz hatte sich wie ein dicker Pelz auf meine Zunge gelegt.
„Lasst euch nicht stören. Ich wollte eh gerade gehen.“
Etwas ungelenk stolperte ich aus der Höhle hinaus, über die spitzen Salzsteine hinweg. Da kam Bewegung in die Menge. Fünf der Männer standen auf, einer machte Anstalten, sich mir in den Weg zu stellen.
Ich blieb sofort stehen und blickte ihn an.
Mein Mut sank bis in den Untergrund, bis zum Erdkern. Dieser Typ hatte ein dreckiges, fieses Grinsen aufgesetzt. Ich ahnte schon, was er sagen würde, noch ehe er es aus seinen halb vergammelten Zähnen hervor quetschte.
„Na, mein Täubchen, wo kommst du denn her?“, gurrte er. Vielleicht sollte das nett oder sogar verführerisch klingen, mir jagte seine tiefe, gutturale Stimme sofort Angst ein.
Fliehen oder weiter sprechen? Weglaufen oder bleiben?
Ich zögerte eine Millisekunde zu lang. Die hatte der Typ genutzt, um sich noch weiter zu nähern. Jetzt verstellte er mir den direkten Weg Richtung Wald. Nicht gut. Gar nicht gut.
„Ich und… äh… meine acht Brüder holen hier immer Salz!“, stammelte ich. Im Lügen war ich echt mächtig mies. „Die anderen holen grad Wasser. Äh… ich schau mal, wo sie bleiben.“
Der Typ musterte mich und ich wurde rot. Er ging noch nicht mal auf meine schlecht vorgetragene Lüge ein, sondern grinste nur und wandte sich seinen Kumpels zu.
„Was meint ihr? Wollen wir unser Täubchen nicht zu uns ans Feuer holen?“
„Bist du bescheuert? Haste dir mal ihr Gesicht angeguckt? Die ist irgendwie verzaubert oder Schlimmeres“, erwiderte einer aus der Menge heraus. Ein Knarzen ertönte. Ich kannte das Geräusch und mir blieb fast das Herz stehen. Jemand hatte einen Bogen gespannt. „Ich erschieß das Vieh und dann verschwinden wir!“
Vieh … Das war neu. Ich war ein Monster, eine Missgeburt oder auch die Wilde gewesen. Aber Vieh? Das war vermutlich sogar noch eine Nummer unter allen Beleidigungen angesiedelt.
„Ich …!“, setzte ich empört an, kam aber nicht weiter. Denn mein Veddawolf krachte mit einem Satz aus dem Wald heraus, ohne ein Wort, kein Knurren, keine Warnung, kein Grummeln.
Er sprang, zwei Sätze, drei – dann war er mitten zwischen den Männern. Jemand kreischte, dann schmatzten riesige Kiefer in menschliches Fleisch. Ein Gurgeln, dazwischen ein „Scheiße! Was ist das?“ und ein „Mach es kalt, knall es…!“
Der Sprecher kam nicht mehr dazu, den Satz zu vollenden. Ohne Kehle spricht es sich nicht gut.
Es war ein Gemetzel.
Keelin hielt sich nicht sonderlich damit auf, erst zu fragen, ob alle mich hätten erschießen wollen. Es war, als tobe ein dunkler, unheimlicher Schatten zwischen den Fremden.
Ich sah mehrere Messer aufblitzen, ein Schwert sauste auf Keelin zu, doch er wich der Gefahr fast spielerisch aus und verwandelte den Angriff in eine Attacke.
Und das Unheimlichste war weiterhin, dass er keinen Laut von sich gab.
Ich glaube, er hätte sie alle getötet, wenn ich nicht irgendwann gekreischt hätte: „Keelin! Hör auf, hör auf!“ Ich machte Anstalten, auf die panischen Menschen zuzugehen – da stand Keelin plötzlich vor mir und verstellte mir den Weg.
Er wirkte größer als sonst. Normalerweise ging mir seine Schulter bis zu meiner, jetzt reichte sie bis über meinen Kopf. Seine Augen schimmerten unheimlich rot, an seinen Zähnen klebte Blut und wer weiß was noch … und um seine Pfoten waberte eine Schwärze, als sei sie lebendig: Wie Rauch, nur mal durchsichtig, mal nicht. Es war das unheimlichste, was ich je erlebt hatte.
Während wir uns anstarrten, hatten sich die Überlebenden zu einem Knäuel aus Schwertern formiert. Alle Waffen, die sie hatten, zeigten auf uns, und sie alle zitterten in den Händen ihrer panischen Besitzer.
Als ich von Keelin aufsah, blickte ich in zu Tode entsetzte Gesichter. Nicht mehr höhnisch, nicht mehr interessiert – nur noch nackte Todesangst. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, also schwiegen wir, während sich die Brustkörbe der vier Überlebenden hektisch hoben und senkten.
Es war ein Mann mit schrecklich schräger Nase und vernarbten Wangen, der als erster sprach. „Wir ergeben uns!“, sagte er in einem schwer zu verstehenden Dialekt. „Halte deinen Teufel zurück und wir verlassen diesen Ort. Du wirst uns nie wiedersehen, Hexe!“
Interessant. Von Vieh zu Hexe. Das war doch mal was.
„Ich bin keine Hexe!“, stellte ich dennoch richtig. „Und ihr habt angefangen: Ihr wolltet mich zuerst töten. Ich wollte gehen.“ Meine Schultern sackten nach vorne und mein Magen revoltierte. Ich zwang meinen Körper zur Raison. Ich musste jetzt stark sein.
„Ich geh jetzt!“, sagte ich deutlich fester. „Ihr könnt eure Toten bestatten.“
Keelin starrte mich von vorne an und trat dann fast majestätisch neben mich, sodass seine Schulter meine berührte. Mit jedem Muskel in seinem Körper sagte er den Männern: Rührt euch – und ihr seid tot.
Ich hatte ihn noch niemals so unheimlich gesehen.
„Komm!“, sagte ich, packte in Keelins Fell und zog ihn zur Seite weg. Er folgte tatsächlich meiner Aufforderung. Die Schatten zu seinen Pfoten ahmten die Bewegung nach. Es war, als zöge er einen Schweif aus schwarzem Feuer hinter sich her.
Die Schwerter folgten unseren Schritten, als wir an den Männern vorbeigingen. Sie ließen uns nicht eine Sekunde aus den Augen, die Spannung war fast greifbar.
Daher war ich auch etwas überrascht, als einer der Männer mich noch einmal ansprach.
„Pass auf, mit welchen Mächten du dich einlässt!“, sagte er mit zittriger Stimme. „Das da an deiner Seite ist kein Veddawolf!“
Ich blickte auf und sah den Sprecher an – der älteste der Überlebenden, über und über mit Blut besudelt. „Ich weiß!“, sagte ich. Dann waren wir vorbei und schlugen uns in den Dunklen Wald. Ich war noch niemals so froh gewesen, zwischen Nadelgehölz verschwinden zu können.

Die Fortsetzung findet ihr hier

Donnerstag, 13. März 2014

Die Salzszene - Dritter Teil


Zwei Tage und Nächte ackerte ich wie verrückt: Ich schlug das Salz aus dem Stein, zerhackte es so klein wie möglich und warf es in die Eimer. Keelin sicherte die Umgebung und holte Wasser.
Vom Salz bekam ich wie immer ganz rissige Haut. Meine Hände brannten und juckten, jede kleine Wunde trieb mir die Tränen in die Augen. Die Haut über dem Knöchel platzte als erste, dann die Lippen. Ich war das gewöhnt und wusste, dass es an der mit Salz geschwängerten Luft lag. Sie entzog dem Körper unfassbar viel Wasser.
Dankenswerterweise gab es einige hundert Meter unterhalb der Salzberge einen Fluss. In den letzten Jahren hatte ich das immer machen müssen – eine mühsame, kräftezehrende Unterbrechung der ansonsten ohnehin schon körperlich anstrengenden Pickelei.
Weil Keelin das Wasserholen erledigte, kam ich schneller voran als normalerweise, allerdings musste ich auch häufiger pausieren, weil mich meine Schulter wahnsinnig machte.
In meiner kleinen Grotte war es kühl. Die Steine glitzerten um mich herum, pures Salz, das herausgeschlagen werden musste. Das Salz schluckte auch fast jedes Geräusch – nur das recht laute Glucksen des angrenzenden Sees war zu hören. Wer daraus trank, war selbst schuld: Das Wasser war so mit Salz durchsetzt, dass jeder Schluck die Kehle verklebte.
Es ist ein unwirklicher Ort. Ein düsterer Ort, obwohl alles weiß ist und glitzert. Weil das Salz aber jedes Leben vernichtet, gibt es hier kaum Leben. Hier existieren nur die gruseligen Salzgraupen, weiße, schwabbelige Kröten, die so groß wie mein Kopf werden können.
Ich glaube, sie sind giftig. Weil sie aber genauso scheu wie ekelig sind, musste ich das nie testen.
Wir schliefen nicht in der Höhle – das wäre Wahnsinn gewesen. Das Salz hätte uns womöglich noch in der Nacht getötet: ausgetrocknet bis auf die Knochen. Stattdessen zogen wir uns immer wieder in den gruseligen Wald zurück und kamen früh am nächsten Morgen wieder her.
Es war der zweite Morgen nach unserer Ankunft in der Salzgrotte. Ich pickelte lustlos vor mich hin, bemüht, meine Schulter so wenig wie möglich zu bewegen. Keelin war unterwegs: Wasser holen und Brombeeren jagen. Das dauerte immer eine Zeitlang, was für mich völlig in Ordnung war. Es gab für ihn hier ohnehin nichts zu tun.
Meeha hockte ganz oben auf meinem Pickel und sauste mit ihm auf und ab. Sobald der Pickel in den Stein fuhr und sie durch den Schlag komplett durchgeschüttelt wurde, kicherte sie begeistert. Versteh einer Wechseltierchen. Sie konnte von diesem Spielchen nie genug bekommen. Weil sie kaum etwas wog, durfte sie dort sitzen bleiben. Es hielt sie bei Laune, was immer gut war.
Doch plötzlich horchte sie auf. Es war nur eine winzige Änderung in ihrer Körperhaltung, aber ich sah sie sofort und hielt mitten im Schlag inne.
Und da hörte ich es: Stimmen. Männerstimmen.
Mir lief ein eiskalter Schauer den Körper hinunter – vom Scheitel bis zu den Zehenspitzen. Ich riss zusammen mit Meeha die Augen auf. Wenn Meeha das macht, besteht ihr Gesichtchen eigentlich nur noch aus riesigen, kugelrunden Kulleraugen. Sie sah dann einfach nur niedlich aus.
Ich ließ den Pickel fallen und kam hastig auf die Beine. Noch bevor ich halbwegs aufrecht stand, hatte sich Meeha bereits unter meinen Haaren versteckt.
In meiner Höhle konnte ich nicht aufrecht stehen, daher krabbelte ich Richtung Ausgang, das Herz hämmernd vor Furcht. Mir stand bereits der Schweiß auf der Stirn.
Normalerweise kamen nur Händler oder Banditen hierher. Ich betete darum, dass es sich um die erste Kategorie handelte. Aber selbst die waren mit Vorsicht zu genießen – erst recht, seitdem ich wusste, wie ich wirklich aussah.
Ich bezweifelte, dass ihre Reaktion anders als die der Stadtbewohner ausfallen würde.
Es waren acht. Sie ritten auf fünf völlig erschöpften Waris, drei gingen zu Fuß. Ihrer Kleidung nach konnten sie alles sein: Lederhosen, bunte Hemden und darüber dicke, meist braun oder grüne Mäntel. Sie trugen ihre Haare lang, was meist ein schlechtes Zeichen war: Männer mit langen Haaren waren viel unterwegs und meist eher wild.
Ich zog hastig den Kopf ein, damit sie mich nicht sahen.
In Gedanken ging ich meine Möglichkeiten durch: Hier warten und hoffen, dass sie wieder verschwanden. Jetzt loslaufen, rüber zu den Bäumen und laut nach Keelin rufen. Aufstehen und mit ihnen reden. Einfach auf Keelin warten und gucken, was er machte.
Alles nicht sehr vielversprechend.
Möglichkeit eins hakte ich bereits nach einer halben Stunde ab: Die Männer hatten sich niedergelassen, vorne auf den Steinen, da, wo das Salz noch nicht anfing. Sie machten Feuer, zwei hatten Wasser geholt. Sie schienen es sich bequem zu machen.
Bequem hatte ich es ganz sicher nicht: Das Salz fraß sich bereits durch meine Haut, ich spürte von Sekunde zu Sekunde mehr, wie ich austrocknete.
Das hieß für mich: Ich konnte nicht mehr länger hier hocken.
Wo war Keelin?

Die Fortsetzung findet ihr hier

Mittwoch, 12. März 2014

Die Salzszene - Zweiter Teil


Für die Wanderung würden wir etwa fünf Tage benötigen. Ich war aber schwer bepackt, mit Spitzhacke, leeren Eimern, Tragegurten und meinem Speer. Da ich den Bogen ohnehin nicht spannen konnte, hatte ich ihn zu Hause gelassen. Jetzt fühlte ich mich ganz nackt.
Keelin trottete neben mir her. Ich hatte ihm die leeren Eimer auf den Rücken geschnallt und er wirkte nicht ganz glücklich.
Wir wanderten einen ganzen Tag lang, ohne fiese Tiere zu sehen. Dann wechselte der Wald abrupt vom freundlichen Laubwald in den Nadelwald – und sofort veränderte sich auch die Geräuschkulisse.
Das sanfte Rauschen der Blätter wurde ersetzt durch das spitze Knacken der Nadeln. Hier raschelte die Tierwelt nicht mehr emsig im Laub herum, hier huschten dunkle Schatten von Deckung zu Deckung.
Es war ein erdrückendes Gefühl, aber ich kannte es schon.
Ab jetzt ging ich deutlich vorsichtiger, sicherte meine Umgebung immer wieder nach allen Seiten. Meeha hatte sich als winzige Maus in meinen Rucksack verzogen, ein zitterndes Bündel Angst. Sie hasste diese Reise.
Keelin schien weniger zimperlich zu sein. Man merkte: Er kannte solche Gegenden. Dank seiner Anwesenheit – zumindest vermutete ich das – blieb ich von Knarzi-Angriffen verschont und selbst die leuchtenden Nahuat-Schlangen ließen mich in Ruhe. Sie werden sonst immer von meiner Wärme angezogen. Leider sind sie hoch giftig: Schon die Berührung mit ihrem puscheligen Fell lähmt die gesamte Hand.
Ich weiß bis heute nicht, wie die Natur eine haarige, bunt leuchtende Schlange hervorbringen konnte. Ihr Fell war ständig über und über mit Nadeln verklebt, sie sah einfach unheimlich aus – und trotzdem: Es musste immer wieder Wanderer geben, die sie anfassten und einen ziemlich grausigen Tod starben. Ihre Skelette fanden sich überall in diesem Nadelgehölz.
Ich mied die Stellen.
Die Nacht verbrachten wir einfach auf dem Waldboden. Eine Stelle war so gefährlich wie die andere, es brachte nichts, sich hinter irgendwelchen Steinen zu verstecken. Wer wusste schon, was sich darin, darauf oder dahinter verkrochen hatte? Und sich auf Bäumen in Sicherheit zu bringen, grenzte schon an Selbstmord. Das hatte mir meine Kletterpartie vor zwei Jahren gezeigt.
Doch den Geistern sei Dank: In diesem Jahr hatte ich ja einen Veddawolf bei mir, der mich schützte. Und er schützte mich, eindeutig. Die Tiere hielten Abstand. Und selbst die Nadelhölzer zielten nicht boshaft auf unsere Haut.
Normalerweise war ich nach einer Nacht in den tiefen Wäldern völlig gerädert, hatte so gut wie nicht geschlafen und hatte mindestens einmal ein giftiges, gefährliches oder angriffslustiges Tier in die Flucht geschlagen. Nach dieser Nacht fühlte ich mich aber sogar ausgeruht.
Wir schulterten unser Gepäck. Ich etwas vorsichtiger, denn meine Schulter nervte ziemlich. Der Rest der Reise verlief dann erstaunlich ruhig.
Wir umgingen einen grollenden Usurpator und einen Schwarm Knarzis, aber Taruls oder leuchtende Nahuat-Schlangen sah ich nur aus der Ferne. Und dann spuckte uns der düstere Wald auch schon aus, raus auf die Schotterpiste vor den Salzbergen.
Ab hier war ich wieder vorsichtiger. Es kam immer mal wieder vor, dass Händler hier hoch kamen, um sich am Salz zu bedienen. Ich war nicht scharf darauf, ihnen zu begegnen.
Aber Keelin zeigte nicht an, dass hier irgendwer sonst herumlief, also huschte ich rüber zu meiner Salzhöhle.

Die Fortsetzung findet ihr hier: Salzszene Teil 3